Montag, 31. Dezember 2007

Update zum Jahresende & Rückblick & Ausblick

Um 2007 zu verabschieden, habe ich noch einmal schnell die Playlist geupdated. In dieser sind zwei House-Songs und ansonsten nur R&B-Tracks enthalten. Auffällig dabei ist, dass sich mitlerweile kein einziger Reggaeton-Song mehr in der Playlist befindet. Ein Armutszeugnis? Jein! Dieses Jahr war nun wirklich das Jahr des Reggaeton. Viele Alben wurden angekündigt, doch keines konnte einen auf längere Dauer vom Hocker hauen. Daddy Yankee kündigte groß sein Album "El Cartel" an, was er später zwecks Eingliederung in den US-Hip Hop in "The Cartel: The Big Boss" umbenannte. Gelingen konnte ihm der Sprung zum US-Hip Hop jedoch nicht.
Wer aus der Latin-Music wirklich über die Grenzen des Reggaetons hinaus Fuß fassen konnte, war Toby Love mit seiner Mischung aus Bachata und R&B, jedoch blieb er ein Einzelfall. Vor etwa zwei Jahren sagte man noch, der Reggaeton expandiere doch mittlerweile lässt sich gegenteiliges erkennen. Die ganzen Alben, von denen man sich Innovation versprochen hatten, bewirken ein sinkendes Interesse.
Artists lateinamerikanischer Herkunft hätten vor gut zwei Jahren noch alle einen Reggaeton-Song produziert um mit dem Trend zu gehen, heute weiß man nur als Insider wo manche Artists herstammen (Casely hat panamaische und trinidadische Eltern; Reyez Wurzeln liegen in Venezuela; Baby Bash und Frankie J stammen aus Mexico). Wer noch seine Herkunft häufig preisgibt, ist Pitbull, der aus Kuba stammt, dennoch hat er sich auch vom Reggaeton entfernt ("The Anthem" auf seinem Album war der einzige Reggaeton-Song, wenn auch mit House gemischt). Es ist dringend notwendig, dass sich neue Artists zeigen, die den Etablierten wie Daddy Yankee oder Wisin & Yandel die Show stehlen um gerade diesen Etablierten zu zeigen wie es um ihr Genre steht. Die verkaufszahlen geben noch keinen Aufschluss über den Rückgang, aber der wird sich ohne Veränderung in ein bis zwei Jahren abzeichnen.
Im Jahr 2008 werde ich mich, sofern ich die Zeit dazu habe, vermehrt um R&B-Talente aus den USA, Kanada, Großbritannien und vielleicht auch aus Lateinamerika widmen.